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Meet the Speaker: Isabella Lang von Sixt

Meet the Speaker: Isabella Lang Sixt
Meet the Speaker: Isabella Lang Sixt

Plumpes Product Placement durch Influencer sucht man bei Sixt vergeblich. Stattdessen liegt der Fokus auf individuellem Influencer Storytelling. So startete der Münchner Mobilitätsdienstleister im letzten Sommer eine medienwirksame Kooperation mit den beiden Comedy YouTubern von FaxxenTV, bei der sie eine 10-tägige Europareise der Influencer inszenierten.

Isabella Lang, Project Manager Social Media International bei Sixt, gibt im Interview Einblicke in die Influencer Marketing Strategie von Deutschlands größtem Autovermieter und erklärt, warum die Reichweite eines Influencers nicht alles ist.

Was war das Ziel hinter der der „Mach keine Faxxen, mach Urlaub“ Kampagne, die Sixt letztes Sommer gelauncht hat?

Isabella: Da gab es zwei große Ziele: Zum einen bestand der Zweck der Kampagne darin, den Launch unserer Sixt Influencer Datenbank zu begleiten und sie so innerhalb der Influencer Community bekannt zu machen. Zum anderen bestand aber natürlich auch die Generierung einer Reichweite für die Sixt Mietwagenangebote bei relevanten Zielgruppen als Zielsetzung für die Kampagne.

Wie seid ihr an die Konzeption der Kampagne herangegangen und an welchem Punkt habt ihr euch letztlich dafür entschieden mit den Jungs von FaxxenTV zusammenzuarbeiten?

Isabella: Wir haben ganz zu Beginn der Planungsphase verschiedene Influencer gesichtet und ihre Inhalte und Zielgruppen miteinander verglichen. Daraufhin fiel dann die Entscheidung auf FaxxenTV und wir haben uns mit ihnen zusammengesetzt und gemeinsam ein Konzept für die Kampagne entwickelt. Dabei haben wir sehr darauf geachtet, ihnen maximale Freiheit zu geben, damit sie ihre Followerschaft bestmöglich ansprechen können.

Meet the Speaker: Isabella Lang | Quelle: Instagram Sixt Deutschland
Quelle: Instagram Sixt Deutschland
 Was glaubst du ist aktuell die größte Herausforderung des Influencer Marketings für Sixt?

Isabella: Eine große Herausforderung liegt im Handling der Influencer Anfragen. Wir erhalten jede Woche international dutzende Anfragen – diese können wir gar nicht alle in unserem Team und mit unseren Qualitätsanspruch umsetzen. Wir müssen für uns deshalb die Frage klären, ob Sixt lieber öfter mit denselben Influencern zusammenarbeiten sollte, um so die Beziehung zu diesen Influencern zu stärken und ihre Communities bestmöglich zu nutzen, oder ob wir besser immer wieder mit neuen Gesichtern kooperieren wollen.

Und wie geht ihr mit Rückschlägen oder negativen Erfahrungen bei einzelnen Kooperationen um?

Isabella: Grundsätzlich haben wir bisher kaum negative Erfahrungen mit Influencern gemacht. Uns ist es wichtig, die Erwartungshaltung im Vorhinein zu klären und nur dann zu kooperieren, wenn sich die Kooperation für beide Seiten richtig anfühlt. Dadurch reduzieren wir den negativen Output. Generell sind wir und unsere Kooperationspartner aber auch sehr offen was Feedback betrifft. Nach jeder Kooperation gibt es ein persönliches Feedback – negative Vorkommnisse werden dann persönlich geklärt.

Welchen Ratschlag hast Du für Unternehmen, wenn sie mit Influencern in Kontakt treten? Gibt es Punkte, bei denen sie sich ein Vorbild an Sixt nehmen sollten?

Isabella: Die größte Währung der Influencer ist die Aufmerksamkeit der Nutzer – diese zu erhalten ist für Marken essentiell, um auch weiterhin im Gespräch zu bleiben. Influencer haben verstanden, wie sie ihre Community ansprechen und mit welchen Inhalten sie die Aufmerksamkeit der Nutzer bekommen. Dieses Wissen müssen Marken nutzen und den Influencern freie Hand im Schaffungsprozess der Kampagne lassen.

Außerdem sollten sich Unternehmen von ihrem alleinigen Fokus auf die Reichweite von Influencern verabschieden – denn die ist nicht alles! Bei Sixt kombinieren wir immer zwei Ziele: Reichweite und Content Erstellung. Influencer geben uns den Zugang zur relevanten Zielgruppe über ihre Reichweite. Während der Kooperation produzieren diese aber auch Geschichten, die wir auf anderen Kanälen – sowohl online als auch offline – erzählen können.

Welche drei Veränderungen würdest Du dir für 2018 im Influencer Marketing wünschen?

Isabella: Als erstes würde ich mir wünschen, dass Engagement Bots stärker von Social Media Plattformen erkannt und von diesen verbannt werden. In den letzten Monaten ist ein ganzer Kosmos von “Fake” Influencern entstanden, die nun bei Marken nach Kooperationen anfragen.

Zweitens fände ich es toll, wenn Marken Influencer vermehrt dafür einsetzen würden, Geschichten rund um ihre Produkte zu erzählen anstatt stumpfes Product Placement zu betreiben. Und zuletzt sollten sich Influencer untereinander in Bezug auf ihre Inhalte stärker voneinander unterscheiden und sich dadurch mehr aus dem Pool aller Influencer abheben.

Meet the Speaker: Isabella Lang | Quelle: Instagram Sixt Deutschland
Quelle: Instagram Sixt Deutschland
Was glaubst Du, wie wird Influencer Marketing im Jahr 2020 aussehen?

Isabella: Die Idee hinter Influencer Marketing ist nichts Neues – Menschen lassen sich von anderen Menschen in Bezug auf ihr Kaufverhalten inspirieren. Diese Mechanik wurde vor 100 Jahren angewandt und wird es auch noch in der Zukunft! Influencer werden aber immer stärker zu Persönlichkeiten der Öffentlichkeit. Deshalb denke ich, dass sich Influencer Marketing zukünftig in zwei Bereiche unterteilen wird: Zum einen Testimonials mit großer Reichweite – und zum anderen Influencer mit kleineren Reichweiten aber großer Überzeugungskraft auf das Kaufverhalten innerhalb ihrer Zielgruppe.

Die Herausforderung für Marken wird daher darin liegen, Influencer Marketing sinnvoll zu skalieren. Dies bedeutet allerdings nicht schnell eine eigene Plattform aufzubauen, sondern sich wirklich Gedanken zu machen: Welche Mehrwerte kann ich als Marke den verschiedenen Anspruchsgruppen bieten? Und wie entwickele ich für diese dann individuelle Lösungen? Außerdem wird Influencer Marketing meiner Meinung nach wieder authentischer in der Content Erstellung. Einige gute Beispiele gibt es bereits: Farina Opoku von Novalanalove postet z.B. unter #neverfailedsogood auch Fotos, die alles andere als perfekt sind und vermittelt ihren Followern somit viel Authentizität.

Mehr zu den kreativen Marketingstrategien von Sixt  und was Isabella und ihre Kollegen noch für die Arbeit mit Influencern entwickelt haben, gibt es am 15.06.2018 bei Isabellas Keynote “Productplacement ist tot – es lebe Story-Placement” auf der CEBIT!signals. Gemeinsam mit Travel Photographer Manuel Dietrich berichtet sie dort, wie Sixt mit 1.078 Storytellern die Welt bereist und so beispielsweise Geschichten aus dem südamerikanischen Patagonien erzählt.

 

Bildquelle Beitragsbild: Isabella Lang, Sixt SE

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