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Der neue Leitfaden zum Kennzeichnen von Werbung auf Social Media

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#Werbung – daran gab es 2018 in der Blogger- und Influencer-Welt kein vorbeikommen. Aus Angst vor einer Abmahnwelle, wurde fast ausnahmslos alles als Werbung getaggt. Doch ist das Verlinken von Freunden wirklich gleichzusetzen mit einem bezahlten Instagram-Post? Damit haben sich nicht nur die Influencer, sondern auch die Medienanstalten beschäftigt.

Deshalb haben sie jetzt einen Leitfaden zur richtigen Kennzeichnung von Werbung veröffentlicht, mit dem sie dir helfen wollen, dich im Netz aus gegensätzlichen Informationen zurechtzufinden. Er basiert dabei auf der aktuellen Rechtsprechung, ist aber keinesfalls ein Gesetz, das ausnahmslos gilt.

Dass bezahlte Kooperationen und ähnliche Gegenleistungen (wie zum Beispiel bezahlte Reisen) eindeutig Werbung sind und als solche gekennzeichnet werden muss, sollte inzwischen jedem klar sein.

Spannender wird es in Fällen, die bis jetzt als Grauzone angesehen wurden. Wir haben dir die fünf wichtigsten Punkte des Leitfadens zusammengefasst:

Wie kennzeichne ich Werbung richtig?

Wir haben es alle schon gesehen: Das versteckte #Werbung, in weißer Schrift und auf weißem Grund oder geschickt hinter’m Profilbild versteckt. Da heißt es nun offiziell: So geht’s nicht. Die Kennzeichnung muss klar und lesbar sein und auf den ersten Blick erkennbar. Wo und wann genau, das zeigt euch die Matrix im Leitfaden für jeden Einzelfall und jede Plattform. Zwei weitere wichtige Punkte: Werbekennzeichnungstools wie das Branded Content Tool von Facebook reichen als Kennzeichnung NICHT aus, sondern sind nur eine Unterstützung. Und: Bei deutschsprachigen Kanälen oder Accounts haben englischsprachige Ausdrücke wie #ad, #sponsored und PR Sample keine Geltung.

Selbst gekaufte Produkte

Grundsätzlich gilt: Das Erwähnen und Zeigen von Produkten, wenn es keine Bezahlung oder Geschenke gab, ist keine Werbung. ABER: Es kann eine werbliche Absicht unterstellt werden, wenn etwas nicht objektiv oder sehr einseitig präsentiert wird, es keinen Anlass für die Platzierung des Produktes gibt oder zum Kauf aufgerufen wird. Die Wettbewerbsgerichte haben hier bereits Urteile ausgesprochen, auch wenn die Produkte selbst erworben worden sind.

Deine eigenen Produkte

Eigene Produkte musst du auf einem sonst privaten Kanal kennzeichnen, wenn sie der Hauptgrund für einen Post sind (zum Beispiel die Ankündigung eines neuen Produkts in deinem Shop mit Link). Wenn du das Produkt nicht nennst oder verlinkst, sondern es lediglich zu sehen ist, dann gilt dies nicht. So sieht es auch aus, wenn das Produkt in direktem Zusammenhang mit deinem Hauptberuf steht. Bist du Musiker, dann darfst du deine aktuelle CD ankündigen oder als Schauspieler auf eine neue Rolle hinweisen. Marken und offensichtlich kommerzielle Seiten sind ebenfalls ausgenommen.

Affiliate Links & Rabatt-Codes

Affiliate Links sind Werbung. Eine mögliche Erläuterung bieten die Medienanstalten: „Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich dir überlassen.“

Grundsätzlich gilt bei Links zu Marken und kommerziellen Seiten: Der Nutzer muss vor Abrufen des Links wissen, dass ihn auf der nachfolgenden Website Werbung erwartet.

Unkommentierte Verlinkungen, Hashtags und Freunde

Deine beste Freundin hat dein Foto gemacht und du verlinkst sie oder die Personen auf dem Foto? Keine Werbung. Du markierst die Klamottenmarke, die du trägst? Keine Werbung. Solange es unkommentiert bleibt, nicht bezahlt oder geschenkt ist und nur eine Art redaktioneller Hinweis ist. Du kannst also ungeniert deine Freunde auf Fotos taggen, ohne es als Werbung zu kennzeichnen. Auch Marken darfst du in Hashtags nennen oder taggen. Sobald du allerdings zum Kauf aufrufst oder davon schwärmst, wird es knifflig.

Puh, eine ganz schöne Menge an Informationen, die uns die Medienanstalten da vorsetzen! Doch es zeigt, dass die Probleme und Sorgen der “Neuen Medien” ernst genommen werden.

Gibt es einen Punkt, den du gar nicht nachvollziehen kannst? Sind bei dir immer noch Unklarheiten geblieben? Gehst du lieber auf Nummer sicher? Schreib es uns in die Kommentare!

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