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Meet the Speaker – Dr. Thomas Schwenke

Meet the Speaker – Dr. Thomas Schwenke

Dr. Thomas Schwenke ist nicht nur Inhaber der Kanzlei Dr. Schwenke, er ist zudem Redner, Blogger, Podcaster, Buchautor und obendrein einer der bekanntesten Marketing-Rechtsanwälte in Deutschland. Als zertifizierter Datenschutzbeauftragter beschäftigen ihn besonders die aktuellen Entwicklungen rund um die neue DSGVO (Datenschutz Grundverordnung). Was dies für die Branche des Influencer Marketings bedeutet, wird er unter anderem auf der diesjährigen CEBIT!signals in einer FAQ-Runde thematisieren. In der Interview-Reihe “Meet the Speaker” konnten wir ihm bereits einige Fragen zum Thema Influencer Marketing und DSGVO stellen.

Du bist einer der angesehensten Experten im Bezug auf die DSGVO und wirst über dieses Thema auch auf der CEBIT!signals im Juni sprechen. Was bedeuten die neuen Bestimmungen für das Influencer Marketing 2018?

Thomas: Nunja, sobald sich Influencer professionalisieren und Geld verdienen mit dem was sie tun oder große Reichweiten erzielen, sind sie automatisch an die DSGVO und die damit verbundenen Regelungen gebunden. Das Betreiben von Blogs, Webseiten und Online-Profilen wird dann nämlich auch von Datenverarbeitung begleitet, was oftmals wiederum rechtliche Genehmigungen erfordert. Allein das Fotografieren von Menschen beispielsweise – seien sie auch nur im Hintergrund eines Bildes zu sehen – ist eine Form von Datenverarbeitung, was bei gesetzwidrigem Umgang mit den Daten bestraft werden kann.

Gibt es konkrete Punkte, die Influencer beachten sollten, um sicher zu stellen, dass sie die Datenschutzgesetze erfüllen?

Thomas: Als ersten wichtigen Punkt sollten Influencer in jedem Fall eine Form von Datenschutzerklärung gegenüber ihren Lesern und Abonnenten in ihren Blogs und Webseiten integrieren, um sich einfach abzusichern. Zudem sollten sie darüber Bescheid wissen, zu welchem Zeitpunkt und vor allem wie genau sie sich die Zustimmung von Personen einholen können und müssen, wenn sie beispielsweise jemanden für einen Beitrag fotografieren möchten.

Welchen Ratschlag zum Thema Influencer Marketing würdest du Marken geben?

Thomas: Ich sag nur: Unterrichtet eure Influencer! Aus Sicht der Marken sehe ich nämlich eine eindeutige Pflicht gegenüber den Influencer, ihnen hinsichtlich der rechtlichen Bestimmungen mit Anweisungen, Beispielen oder ähnlichem zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen. Meiner Meinung nach, ist es viel effektiver mit den Influencern zu reden und ihnen zu helfen, als nur irgendwelche Klauseln in Verträgen einzubinden, um sich rechtlich abzusichern.

Über welche drei Trugschlüsse im Influencer Marketing sollten sich Werbetreibende im Klaren sein?

Thomas: Ich sehe da drei Probleme: Erstens, glauben die Werbetreibenden, dass sie die Haftung komplett auf die Influencer abwälzen können – was sie definitiv nicht tun können! Zweitens, gehen sie davon aus, dass sich Influencer auf jeden Fall mit allen Gesetzmäßigkeiten und Regelungen auskennen obwohl leider selbst die besten Anwälte teilweise nicht genau wissen, was richtig oder falsch ist – wie sollen sich da Influencer vollkommen auskennen? Und drittens, glauben Werbetreibenden, dass sie automatisch alle Rechte an den Dingen einbehalten, die Influencer tun. Diese Rechte können sie sich jedoch nicht so einfach nehmen.

Welche drei Veränderungen würdest du dir für 2018 im Influencer Marketing wünschen?

Thomas: Ich würde mich freuen, wenn man der Offenlegung der Fürsprache – sprich dem Werbehinweis bei Influencer Posts – offener gegenüber stehen würde und Influencer nicht befürchten müssten, auf einmal weniger Fans zu haben, nur weil sie nach dem Gesetz handeln und anzeigen, dass es sich beispielsweise um eine bezahlte Partnerschaft handelt. Ich mag zum Beispiel Fotos, Videos oder Berichte von meinem Lieblingsblogger nicht weniger, nur weil ich weiß, dass sie von einer Marke gesponsert sind.

Was ist deiner Meinung nach das größte vorherrschende Missverständnis über Influencer Marketing, dass Marken haben? Wie glaubst du wird Influencer Marketing im Jahr 2020 aussehen?

Thomas: Viele glauben, dass Influencer Marketing weniger Zeit und Mühe kosten würde als das klassische und konventionelle Marketing – was aber garantiert nicht der Fall ist! Ich glaube, dass in Zukunft Influencer Marketing sogar ein regulärer und fester Bestandteil des Marketing-Mixes eines jeden Unternehmens sein wird und als effektive Marketingmaßnahme anerkannt wird. Das heißt aber nicht, dass es hier dann rechtlich weniger spannend werden muss.

DSGVO für Blogger: FAQ und Workshop auf der CEBIT!signals

Was da noch auf uns zukommen wird und welche Antworten Dr. Thomas Schwenke noch liefern kann, erfährst du im Vortrag FAQ DSGVO – #fragdrschwenke um 13.20 Uhr auf der Expert Stage sowie im anschließenden Workshop zum Thema DSGVO für Blogger auf der CEBIT!signals am 15.06.2018. Im Vortrag wird er die 10 meist gestellten Fragen beantworten. Also poste fleißig deine Fragen unter dem Hashtag #fragdrschwenke auf Twitter, Facebook oder unter diesem Beitrag. Hier kannst du dich außerdem für den Workshop anmelden!  Für die Teilnahme am Workshop brauchst du nur ein gültiges Digital Friday Ticket (VVK 20€, Tageskasse 25€). Es fallen keine zusätzlichen Kosten für dich an.

Disclaimer: Bitte beachte, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Schnell sein lohnt sich also 🙂

Beitragsbild: copyright by Nils Wiemer Wiemers

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