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Blogtisch X SnapChat: Diskurs zum Hype mit blogfoster

Auf dem gestrigen Blogtisch gab sich Nicole Simon die Ehre und belehrte uns zum Thema SnapChat. Natürlich gab es viele Slides und bunte Bilder, doch im Kern kann man den Abend in diesen Aussagen zusammenfassen:

  • In den USA nutzen vor allem die jungen Menschen SnapChat (Facebook ist für Eltern – iiiih)
  • All die harte Arbeit, die man darin investiert, verpufft innerhalb von 24 Stunden (der Alptraum eines lückenlos hippen Online-Marketing-CVs)
  • Irgendwie cool, dass all die harte Arbeit innerhalb von 24 Stunden verpufft, weil man dann richtig toll herumblödeln kann – interessiert ja keinen, wir können uns ja sowieso nichts mehr ohne Smartphone-Erinnerungsfunktion merken
  • Was so cool daran ist, kannst du dir hier in 3 Minuten auf Englisch erklären lassen

 

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Zunächst die Vorstellung: SnapChat – Was ist das überhaupt?

Name: SnapChat
Vorkommnis: App für Android oder Apple
Login: mit Screenname
Besonderheit: Inhalte werden geteilt und „verfallen“ nach 24 Stunden; Screenshots per Smartphone werden registriert
Auch bekannt als: die App, mit der man unbehelligt persönliches/peinliches/prekäres Material versenden kann
Einheit: „Snap“ – ein Bild (oder Video bis 10 Sekunden)
Verbreitung: direkt und persönlich an Freunde oder öffentlich an eine Gruppe von Followern
Beispiele (einfach SnapChat herunterladen und SnapCode per Smartphone einscannen):

 

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Einfach App laden & SnapCode scannen: nicolesimoneu, csu_de und hellobild

 

„Wir sind jetzt auch auf SnapChat!“ verkünden jetzt gefühlt alle – überwiegend und ironischerweise auf Facebook. Denn auf SnapChat kann und muss man keinen erreichen. Nicole fasst den aktuellen Hype mit viel Schwung zusammen:

Wenn sogar die CSU SnapChat hat, dann ist es eigentlich schon zu spät.

Wo sie recht hat, hat sie recht. Denn eine Marketing-Welt, die ständig dem digitalen Trend hinterher hinkt, ist die CSU nicht gerade als Vorreiter bekannt. SnapChat ist cool, da muss man jetzt hin. Dann heißt es: „Wir müssen auf SnapChat!“ Doch das „Warum“ lässt sich hier nur schwer in Worte fassen. Auf die Fragen „Wen willst du auf SnapChat erreichen?“ und „Was wollen die von dir hören?“ gelten zunächst als nebensächlich. Stolz posaunt ProSieben ins Dickicht: „ProSieben versteht Snapchat. Über 53.000 Snap Views bei der ProSieben Snapchat Week“. Dass diese Zahlen verhältnismäßig nicht gerade spektakulär sind, wird erstmal außen vorgelassen.

Erstmal Ruhe bewahren

Nicole rät bei neuen Hype-Themen allen Interessenten erstmal „Grundsicherung [zu] betreiben“. Also erstmal den Blognamen oder Twitternamen oder Instagram-Alias anlegen. Dann gucken, abwarten, Tee trinken. Um sich auf eventuelle Hypes vorzubereiten ist es auch ratsam sich einen Gatekeeper zu suchen, sprich Publikationen, die ein Auge auf solche Trends haben, wie FutureBiz, t3n und brandwatch.

 

Bei Vorträgen ist es mittlerweile salonfähig das Smartphone stets zur Hand zu haben.

 

Auch die Printmedien stürzen sich auf den letzten Schrei aus dem digitalen Dschungel, interviewen SnapChatter und berichten eifrig darüber. Der Vorteil für Blogger, Snapper, Grammer und Co. liegt auf der Hand: mehr Aufmerksamkeit, mehr Follower, mehr Leser, mehr Likes.

Welchen Nutzen bringt SnapChat, den andere soziale Netzwerke nicht leisten?

Zunächst muss man erwähnen, dass SnapChat besonders gut bei jungen Nutzern anzukommen scheint. Obwohl es vehement dementiert wird, dass junge Nutzer Facebook den Rücken kehren, sprechen die starken Zahlen für die Millennials, den 18- bis 34-Jährigen. Aber spätestens wenn man mit 25 im Skatepark von der U14-Belegschaft gesietzt wird, ist es relativ klar: Millennials gelten aus der Perspektive der Jüngeren mittlerweile schon als alt.

Anekdotische Erzählungen aus dem Plenum scheinen zu bestätigen, dass die Youngsters sich eher auf SnapChat herumtreiben, denn Verwandte mit Kindern in Amerika erreicht man neuerdings am schnellsten mit einem persönlichen Snap. Schneller als jede Email und Facebook-Nachricht.

Kann es also sein, dass man eine besonders junge Zielgruppe mit dem flüchtigen Dienst erreicht? Möglich ist es. Ich halte es aber für weitaus möglicher, dass man damit eine besonders technik-affine Gruppe von Nutzern anspricht und das generationsübergreifend. Sehen wir es positiv: Die allerjüngsten Nachwuchskonsumenten sind gar nicht so medienunverdorben wie wir alle denken. Und vielleicht absorbieren sie weniger ausgeklügelte Marketing-Kampagnen sogar weniger als ältere Semester. Vielleicht hat uns dieser permanent von Werbung beschallte Nachwuchs etwas voraus: Sie können die Dauerbeschallung eventuell besser ausblenden.

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Füge jetzt Fotograf Nils Wiemer-Wiemers hinzu… oder folge ihm auf Twitter.

 

Was kann man damit so alles anstellen? Klar, die Filter machen Spaß, doch die kenne ich schon von diversen Celebrities in meinem Instagram-Feed. Was mich positiv gestimmt hat waren die „Umfragen per Screenshot“. Da SnapChat sein Alleinstellungsmerkmal der Privatsphäre wichtig ist, wird es jedes Mal registriert, wenn ein Viewer einen Screenshot mit seinem Smartphone macht. Das kann man als Umfrage-Tool nutzen. Drei Snaps, drei Mal die Anweisung: „Wenn dir diese Variante der Dreien am besten gefällt, mach einen Screenshot.“ Du bekommst jedes Mal eine Benachrichtigung und kannst damit die Umfrage auswerten. Nicht uninteressant.

Außerdem spricht dafür, dass man sich mit einem extra Account anmelden kann (offensichtlich nicht mit dem eigenen seriösen). Und damit kann man wunderbar herumblödeln! Malen, Filter, lustige Videos, Regenbogen kotzen… Wer dazu mehr Details braucht, holt sich einfach das eBook Snap Me If You Can von Philipp Steuer.

Für die einen wird es immer kurzweiliges Entertainment für A.D.H.S.-Patienten mit Kurzzeitgedächtnis bleiben. Für die anderen eine immense Zeitverschwendung (im positiven aber auch im negativen Sinne).

Es hat so ein bisschen was von Stille Post. Umfragen, ja, aber im Prinzip ist das Resultat Hörensagen. Andererseits ist es ist so ziemlich die natürlichste Form der Social Media. Die Snaps sind Eintagsfliegen, wie ein lustiger Gedanke, den man mit Freunden teilt. Oder auch anonym.
Aber wen interessiert es eigentlich? Nach 24 Stunden ist der Zyklus beendet, das Etch-A-Sketch wird geschüttelt und die nutzlosen Fakten des Tages werden die Kloake der Vergessenheit hinuntergespült. Da spart man sich die Debatte rund um das Recht auf Vergessenwerden. Für Social Media eigentlich etwas Erfrischendes. So wie im echten Leben.

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Darya Lukyanova

3 Comments

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  • Hach der Beitrag gefällt mir. Ich habe mir – tatsächlich – damals meinen Namen gesichert. Aber fand snapchat als enorme Zeitverschwendung. Auf IG kann man ja auch kurze Videos (für einen peinlichen Eindruck) hinterlassen. Und löschen könnte ich es ebenso. Also Snapchat ist tatsächlich ein Trend, den ich nicht mitgehe. Mein Bruder (30+) ist allerdings ein aktiver Nutzer. Er sendet mir seine Snaps per Whats App ?

    • Oh ja, das mit der „Cross-Plattform-Kommunikation“ kenne ich… Meine Mutter bekommt meine IG Updates auch per WhatsApp geliefert! Irgendwie macht Snapchat Spaß, aber eher mit engen Freunden herumalbern. Lohnenswerte Videos und Bilder kann man ja immer noch abspeichern und auf den anderen Kanälen teilen. Danke Dir!

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